Gemeinde Halblech

Seitentitel: Ortsgeschichte
 
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Geschichtlicher Hintergrund


Das Gemeindewappen

 

Durch einen Dreiberg geteilt von Silber und Blau, oben eine grüne Tanne, unten ein unterhalbes goldenes Mühlrad.

Das Gebiet der Gemeinde Halblech besteht aus ausgedehntem Wald und Bergweiden, das heraldische Symbol für Berg und Gebirge ist der Dreiberg, der als Wappen aufgenommen wurde. Die Tanne symbolisiert den Waldreichtum des Gemeindegebietes. Schon in früherer Zeit wurde die Wasserkraft des Halblechs als Energiequelle für viele Gewerbebetriebe genutzt, als Hinweis darauf zeigt das

Wappen das halbe Mühlrad. Als Wappenfarbe wurde Weiß und Blau gewählt, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass das Gemeindegebiet 1567 in bayerischen Besitz kam.


Historie

 

Die früheren Gemeinden Buching und Trauchgau haben sich freiwillig am 1. Januar 1976 zu einer neuen Gemeinde mit Namen »Halblech« zusammengeschlossen. Beide Orte können in ihrer geschichtlichen Vergangenheit auf viele Gemeinsamkeiten zurückblicken.


Ruinen von Vorder- und Hinterhohenschwangau

Ruinen von Vorder- und Hinterhohenschwangau

Die Besiedlung des 12.553 ha großen Gemeindegebietes reicht bis zur Zeitenwende zurück. Grabungen im Ortsteil Greith bestätigen das Vorhandensein von einem keltischen Rundhaus sowie von Eisenschmelzen am Illasberg und Eschenberg. Bereits im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Römer das Land. Schon bald nach Beginn des 8. Jahrhunderts besaßen die Welfen den Lechrain vom Säuling an bis über Schongau hinaus. Nach dem Tode von Herzog Welf VI . im Jahre 1191 fiel dieser Besitz an die Hohenstaufen.

 

Der Ortsname Buching erscheint erstmals als »Buchengau« um 1275 im Saalbuch Herzog Ludwigs des Strengen von den herzoglichen Kammergütern am Lechrain.

Trauchgau heißt in den frühesten Urkunden »Druchgo«. Dies bezeichnete den Ort, an dem Fallen für Wild aufgestellt wurden. Urkundlich erwähnt wurden 1257 die Ritter Hainrich und Eberhard de Drughê. Die Gebiete der früheren Gemeinden Buching und Trauchgau sowie der Gemeinde Schwangau wurden sowohl schon unter den Welfen und Staufen gebietsmäßig zur Herrschaft Hohenschwangau zusammengefasst. Die Herren von Schwangau saßen als ihre Burgvögte auf der Burg Svanegove. Die lange und wechselvolle Geschichte von Buching und Trauchgau ist eng verbunden mit den Namen und Taten dieser Ritter von Schwangau.


Schloss Hohenschwangau

Schloss Hohenschwangau

Nach dem Tode Konradins fiel das staufische Erbe an das Reich, die Herren von Schwangau behielten es aber als Reichslehen in Verwaltung. Georg III. und Heinrich V., die ohne männliche Nachkommen waren, verkauften die Herrschaft 1535 an den reichen Augsburger Patrizier Johann von Paumgarten. Dieser Besitz ging 1567 durch Verschuldung seiner Söhne auf Herzog Albrecht von Bayern über. Die Herrschaft Hohenschwangau blieb als eine Reichsherrschaft mit eigener Verwaltung bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestehen. Im Jahre 1803 wurden aus der Herrschaft Hohenschwangau die drei Gemeinden Buching, Trauchgau und Schwangau gebildet und dem Landgericht Schongau einverleibt.

 

Seit 1880 gehörten die beiden Orte zum schwäbischen Bezirk Füssen, dem späteren Landkreis Füssen. Der Landkreis Füssen mit den beiden Landkreisen Marktoberdorf und Kaufbeuren wurde 1972 zum Landkreis Ostallgäu zusammengefasst. Der freiwillige Zusammenschluss der beiden Gemeinden Buching und Trauchgau im Jahre 1976 hat die Erwartungen bestätigt, denn die neue Gemeinde Halblech ist den ihr gestellten Anforderungen gerecht geworden.



Die karge Lebensweise der Vorfahren war geprägt von Armut und Not. Land- und Forstwirtschaft bildeten die Haupteinnahmequellen. Davon mussten harte Abgaben, Zehnt und Frondienst an die Grundherren geleistet werden. Kriege und in deren Gefolge Brandschatzungen, Pest und andere Seuchen dezimierten immer wieder Mensch und Vieh.

 

Eine Wende zum Besseren brachte erst der Besitzübergang von den Grundherren an die Bauern. Bereits 1799 wurde durch Vertrag mit dem bayerischen Kurfürsten und späteren König Max I. Josef die Überlassung der Holznutzung und Alpenweiderechte im Bergwald an die Untertanen neu geregelt. 1818 folgte die Ablösung der Bauerngüter von fremden Grundherren und 1848 die Abschaffung der Zehnten. 1869 wurde dann die Waldkörperschaft Buching-Trauchgau gegründet.



Von 1960 bis 1980 wurde im gesamten Halblechgebiet durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen die Trennung von Wald und Weide, verbunden mit Wildbachverbauungen und Forstwegebau, durchgeführt. Inzwischen nahmen die Orte an der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung und dem industriellen Fortschritt teil. 1924 entstand eine Holzstoff- und Pappenfabrik, 1958 eine Maschinenfabrik in Halblech. Auch Gewerbe- und Handwerksbetriebe, Land- und Forstwirtschaft sowie der Fremdenverkehr verbesserten die wirtschaftliche und soziale Struktur der heutigen Gemeinde Halblech und trugen wesentlich zur Arbeitsplatzsicherung bei.

 

Dank des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs der vergangenen Jahrzehnte konnten auf kommunalem, sozialem und kulturellem Gebiet beachtliche Leistungen vollbracht werden. Auch in Zukunft wird die Gemeinde Halblech mit ihren rund 3.500 Einwohnern bemüht sein, durch eine bürgernahe Verwaltung den Forderungen, die an ein modernes Gemeinwesen zu stellen sind, gerecht werden. Einen wesentlichen Teil der Wohnqualität und der Bedeutung als Fremdenverkehrsgemeinde verdankt Halblech seiner Lage in einer noch weitgehend intakten Natur. Diese zu schützen und zu pflegen ist eine vordringliche Aufgabe der Gemeinde, zu deren erfolgreicher Bewältigung sie auf die Aufgeschlossenheit ihrer Bürger und die tätige Mithilfe und Unterstützung eines jeden Einzelnen angewiesen ist.