Bayerns schönste Geotope

Gütesiegel für Halblech - erste Allgäuer Vogelbeobachtungsstation. Als "Bayerns schönste Geotope" werden Objekte wegen ihrer Schönheit, Seltenheit oder ihrem hohen wissenschaftlichen Wert bezeichnet. Sie sollen, wie durch ein Fenster, einen Blick weit zurück in die Erdgeschichte Bayerns ermöglichen. 100 dieser ganz besonderen Geotope zeichnet das Ministerium für Umweltfragen mit einem Gütesiegel aus und stellt dort eine Informationstafel auf.

Insekt auf Wiesenflockenblume

Gütesiegel "Schönste Geotope Bayerns"

Wir freuen uns sehr, dass sich in Halblech eines dieser seltenen Geotope, der "Flysch am Röthenbach", befindet und das Gütesiegel "Schönste Geotope Bayerns" erhielt.

Als Flysch bezeichnet man Gesteinsschichten am Nordrand der Alpen. Ihre schiefrigtonigen Gesteine neigen zum „Fließen“, daher hat man sie mit dem Schweizer Lokalausdruck „Flysch“ belegt. Der Flysch entstand von 130 bis 65 Millionen Jahren in einem 1000m tiefen Meeresbecken aus einem Gemisch von Wasser und Schlamm (Trübeströme genannt). Aus unzähligen dieser untermeerischen Trübeströme entstanden die rhythmisch geschichteten Abfolgen des Flysch.

Das Meeresbecken verschwand, als sich das Alpengebirge zu entwickeln begann. Die Schichtfolgen des Flysch wurden von ihrem Untergrund gelöst, steil aufgestellt und gefaltet. Sie zeugen bis heute von der Entstehung der Alpen.

Steinmännchen im Flussbett

Wegbeschreibung

Sie finden den Standort, wenn Sie vom Kenzenparkplatz in Halblech entlang des Flusses Halblech bis zur Reiselsbergbrücke gehen und dort nach der Brücke links in den Weg neben den Röthenbach einbiegen. Dem Wegverlauf ca. 1,2 km folgen. Nach einer Brücke links Richtung Röthenbachtal wandern. Nach ca. 300 Metern rechts abbiegen und dem Bach weiter folgen. Nach ca. 300 Metern erreichen Sie das Geotop und die Informationstafel. Sie können Ihre Wanderung fortsetzen über den Bärengraben und den Schwarzengraben zurück zum Kenzenparkplatz,

Bei der Gästeinformation erhalten Sie einen kleinen Prospekt über das Geotop. Weitere interessante Gesteinsschichten finden Sie auch einige hundert Meter oberhalb der Tafel. Wir empfehlen Ihnen mit dem Kenzenbus bis zur Reiselsbergbrücke fahren.

Vogelschutzgebiet und Vogelbeobachtungsstation

Vogelbeobachtungsstation

Halblech ist bei Naturliebhabern als ein an Bergen, Seen und Mooren reiches Naturparadies bekannt geworden. Neben dem idealen Bergwandergebiet gibt es für Urlauber und Einheimische unter anderem an der Petershalde den Pfarrer-Mayr-Pfad, der entlang beweideter orchideenreicher Magerrasen und Quellfluren zum herrlichen Aussichtspunkt Peterskapelle führt.

2006 errichtete die Gemeinde an der Halblechmündung die erste Allgäuer Vogelbebachtungsstation. Das Halblechdelta bietet seltensten Vogelarten wie Flussuferläufer und Flussregenpfeifer einen Brut- und Rastlebensraum.

Sie finden die Station an der Straße zwischen Halblech und Prem.
Folgen Sie nach dem Ortsteilschild Küchele der Beschilderung.

Der Flussregenpfeifer

Im Winterhalbjahr rasten auch im Allgäu Wasservogelarten, deren Heimat der Norden Skandinaviens und die Weiten der sibirischen Tundra ist, aber auch viele Vögel die an unseren Seen brüten. Enten und Taucher, Gänse und Kormorane überwintern dort in großen Scharen. Zur Zugzeit im Herbst und im zeitigen Frühling werden seltene Arten wie der Fischadler, der Zwergsäger sowie Großtaucher angetroffen.

Im Sommerhalbjahr können von der Station aus viele Wasservogel- und Watvogelarten bei der Brut und Aufzucht der Jungvögel beobachtet werden. Ein ganz besonderes Erlebnis für alle Naturfreunde ist die Beobachtung äußerst seltener Arten, wie den Flussuferläufer und den Flussregenpfeifer. Beide Vogelarten stehen auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Liebe Naturfreunde!

Durch die Dynamik des Wildflusses Halblech hat sich das Delta zwischenzeitlich Richtung Westen verschoben.Das Gelände ist verbuscht.

Zur Freude der Botaniker hat sich eines der bedeutendsten Vorkommen der deutschen Tamariske gebildet. Viele seltene Singvogelarten haben sich neu angesiedelt.

Einige Schritte rechts von der Vogelbeobachtungsstation fließt der Halblech in den Lech. Das Halblechdelta hat sich vergrößert. Die immer noch zahlreichen Wasservögel beobachtet man am Besten von dem nur 200 Meter entfernten Damm des Lechs.

Tipps zur Vogelbeobachtung:

Lassen Sie sich Zeit, die Vögel kommen bestimmt. Die beste Zeit zum Lauschen des Singvögelgesanges und die Beobachtung ist deren Brutzeit von März bis Juli. Das gleiche gilt für die Wasservögel, die auch zusätzlich das Halblechdelta fast ganzjährig als Zugvogel-Rastplatz nutzen. Deshalb bitte das Delta ganzjährig nicht betreten.

Gemeinde Halblech        Landesbund für Vogelschutz LBV
Der Bürgermeister          Peter Griegel